Freibad Gumpelstadt: Gemeinsame Lösungen für eine außergewöhnliche Situation

Gastbeitrag von Katrin Vogt

Die anhaltende Hitze und Trockenheit stellen das Freibad Gumpelstadt in diesem Sommer vor besondere Herausforderungen. Als historisches Quellbad wird das Becken ausschließlich durch eine natürliche Quelle mit Frischwasser versorgt.

Zurzeit – sehr wahrscheinlich aufgrund der viel zu trockenen Monate über den vergangenen Winter bis heuet – reicht die Leistung der Quelle jedoch nicht aus, um das Freibad mit ausreichend Wasser zu versorgen.

Besonders an heißen Sommertagen mit mehreren hundert Badegästen verschlechtert sich die Wasserqualität schneller. Kontinuierlich muss Frischwasser nachgespeist werden.

Da die Quelle dies aktuell nur unzureichend leistet, ist ein vollständiger Wasserwechsel notwendig. Währenddessen muss das Freibad geschlossen bleiben.

Die vergangenen Hitzewochen haben gezeigt, wie wichtig die Freibäder für die Menschen in der Region sind. Gleichzeitig stellen hohe Besucherzahlen insbesondere das Freibad Gumpelstadt vor große Herausforderungen. Das Quellbad stößt bei Rekordbesuchen mit mehr als 400 Gästen an seine natürlichen Grenzen.

Die Stadt Bad Salzungen setzt sich weiterhin für den Erhalt des Freibades Gumpelstadt ein. Mit der Eingemeindung des Moorgrundes wurde die Verantwortung für das Bad übernommen – mit dem Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern diese wichtige Freizeiteinrichtung langfristig zu erhalten.

Der Betrieb der drei städtischen Freibäder in Bad Salzungen, Tiefenort und Gumpelstadt wird jährlich mit rund 360.000 Euro bezuschusst.

Der Förderverein des Freibades Gumpelstadt leistet wertvolle Unterstützung und trägt dazu bei, den städtischen Zuschuss zu reduzieren. Dennoch liegt der Zuschuss pro Eintrittskarte weiterhin bei über zehn Euro. Damit ist er höher als in den übrigen Freibädern der Stadt.

Eine dauerhafte Versorgung des Bades durch den Zukauf großer Wassermengen ist wirtschaftlich nicht leistbar. Deshalb richtet sich der Blick auch auf nachhaltige Lösungen.

Gemeinsam mit dem Wasser und Abwasserverband Bad Salzungen wird geprüft, die Quelle nach Abschluss der Badesaison zu sanieren beziehungsweise zu ertüchtigen.

Gleichzeitig soll im Herbst bewertet werden, wie sich die Quelle nach den Sommermonaten entwickelt hat und welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind.

Für die laufende Saison haben sich Stadt und Förderverein darauf verständigt, die zusätzlichen Kosten gemeinsam zu tragen. Darüber hinaus werden verschiedene kurzfristige Maßnahmen geprüft, um den Badebetrieb möglichst aufrechterhalten zu können.

Dazu gehören unter anderem eine Begrenzung der täglichen Besucherzahl oder einzelne Schließtage während der Woche, damit sich das Wasser ausreichend regenerieren kann.

Zudem ist es notwendig, dass sich jeder Badegast gründlich abduscht, um den Schmutzeintrag möglichst gering zu halten.

Darüber hinaus dient eine tägliche und damit engmaschige Kontrolle der Wasserqualität durch das Team des Freibades dem Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Badegäste.

Die aktuelle Situation macht deutlich, dass die Folgen langanhaltender Trockenheit und des Klimawandels zunehmend auch die kommunale Infrastruktur betreffen.

Oberflächennahe Quellen reagieren besonders empfindlich auf diese Entwicklungen. Umso wichtiger ist es, gemeinsam verantwortungsvolle und zugleich realistische Lösungen zu finden.

Stadt, Förderverein und alle beteiligten Partner setzen deshalb alles daran, den Badebetrieb unter den gegebenen Rahmenbedingungen auch weiterhin zu ermöglichen.